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Ottmar Ette, Gesine Müller (Hrsg.)

Visualisierung, Visibilisierung und Verschriftlichung

Schrift-Bilder und Bild-Schriften im Frankreich des 19. Jahrhunderts


(Reihe Pointe, Band 13)


394 Seiten, ca. 90 Abb., 32,– €, ISBN 978-3-938944-93-6

(Juli 2015)

Literatur und Malerei sind im Frankreich des 19. Jahrhunderts aufs Engste miteinander verknüpft. Sie bringen ein geradezu unerschöpfliches Arsenal an malenden Dichtern beziehungsweise dichtenden Malern hervor. Wie lässt sich dieser reiche Bestand fruchtbar machen für die jüngsten theoretischen Studien der vielzitierten „Wende zum Bild“? Und umgekehrt: Welche neuen Lesarten gewinnen diese sowohl literarischen als auch künstlerischen Primärmaterialien im Fokus der aktuellen theoretischen Arbeiten?

Vor dem Hintergrund des gegenwärtig transdisziplinär diskutierten iconic turn, aber auch ausgehend von Studien zum konkreten Zusammenspiel von Text- und Bildmedium, fragt dieser Band nach dem Potential der Interferenz von Visualisierungs-, Visibilisierungs- und Verschriftlichungsstrategien im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Er widmet sich Fragen der Repräsentation, des Bildens und des Bildes und versteht sich als Beitrag zu einer bildwissenschaftlich informierten Literaturund Kulturwissenschaft.


Einleitung: siehe PDF-Datei

Inhalt:

Ottmar Ette (Potsdam), Gesine Müller (Köln)
Einleitung

Ottmar Ette (Potsdam)
Bild-Schrift, Schrift-Bild, Hand-Schrift. Zur Kunst der Sichtbarmachung in Alexander von Humboldts „Amerikanischen Reisetagebüchern“

Perspektivische Entwürfe

Joseph Jurt (Freiburg)
Schwestern oder Rivalinnen? Zum Verhältnis des künstlerischen und des literarischen Feldes im Frankreich des 19. Jahrhunderts

Tobias Kraft (Berlin)
Das Wissen vom Berg im Bild. Bildstrategien und Textrelationen in Alexander von Humboldts Vues des Cordillères et monumens des peuples indigènes de l’Amérique

Helmut C. Jacobs (Duisburg/Essen)
Bild & Text als Reflexionsraum. Französische und spanische Kommentierungen des 19. Jahrhunderts zu Francisco de Goyas Capricho 80 (Ya es hora)

Markus Messling (Potsdam)
Schriftbild und Rationalität von den Frühromantikern bis zu Baudelaire. Zur semiotischen und poetischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts

Bild-Schriften und Schrift-Bilder im romantisch-realistischen Paradigma

Gesine Müller (Köln)
Visualisierung und Verschriftlichung: Landschaft bei Victor Hugo

Karin Westerwelle (Münster)
Kunstinteresse und Bildzerstörung. Elemente einer modernen Bildtheorie in Baudelaires Fleurs du mal

Jean-Pierre Dubost (Clermont-Ferrand)
Écrire le désert: Fromentin hors-cliché

Anne Kraume (Potsdam)
„La difficulté de peindre avec le pinceau“: (Schrift-)Bilder von Algerien bei Eugène Fromentin

Text-Bild-Relationen im Naturalismus

Gertrud Lehnert (Potsdam)
Kunst, Mode, Literatur. Balzacs visuelles Schreiben

Cornelia Klettke (Potsdam)
Die Ästhetisierung der Nacktheit in der Malerei von Édouard Manet und in Nana von Émile Zola – ein Beziehungsgeflecht zwischen Literatur und Kunst

Ikonotextualität des Impressionismus

Peter Wagner (Koblenz-Landau)
Oscar Wilde’s “Impression du Matin” – an Intermedial Reading

Robert Schade (Potsdam)
Bizarrerie als Verfahren: Über das Bild Intérieur, femme lisante Gustave Caillebottes und dessen kunstkritische Kommentare

Ansichten und Ausblicke

Fabian Goppelsröder (Berlin)
Anarchistische Miniaturen. Félix Fénéons „Nouvelles en trois lignes“

Wolfgang Asholt (Berlin)
Wende zum Bild oder Simultaneität von Text und Bild: die Prose du Transsibérien von Blaise Cendrars und Sonia Delaunay




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